Aktuelles

Immersion I

Isolation Brute von Eva Lanter
1.–28. Mai 2021

Vernissage: Samstag, 1. Mai, 14–17 Uhr

«Wie der rohe Beton zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Beton brut, könnte im 21. Jahrhundert die rohe Isolation sichtbar gemacht werden – als Isolation brute. Was wäre, wenn unsere gebaute Architektur plötzlich aus Sichtisolation statt Sichtbeton bestehen würde?» – Eva Lanter (BATIMENTS)

Die Ausstellungsreihe IMMERSION (dt. Eintauchen) im ESPACE NINA KEEL beginnt ornamental: Die Ostschweizer Architektin Eva Lanter schafft allein mittels Dämmplatten ein bestechendes Interieur. Das Material, das ansonsten blockweise auf Baustellen herumsteht und sodann Rohbauten mit Pastelltönen umhüllt, verwendet die Architektin hier für die Gestaltung eines Innenraumes. 

Standardmässig wird Dämmmaterial in Platten von 60x125 cm verbaut – je nach Hersteller variieren die Farben zwischen eierschalengelb, rosa, hellgrün, violett oder hellblau. Für den ESPACE NINA KEEL schneidet die Architektin verschiedenfarbige Platten in kleinere Elemente und kleidet damit Wände und Decke vollständig aus. Violette und blaue Dreiecke bestimmen den Fries, ein rosa Rauten-Muster die Wände. Lanters Installation Isolation brute ist inspiriert vom Mailänder Architekten Gio Ponti und der Spiellust postmoderner Architektur. Zugleich nimmt sie Bezug auf den Ausstellungsraum selbst mit seinem Fischgrat-Boden. 

Eva Lanter nimmt in Isolation Brute eine Bedeutungsverschiebung von Isolationsmaterial vor: Sie verleiht Dämmplatten eine ästhetische Dimension und wirft die Frage auf, ob Isolationsmaterial nicht auch sichtbarer verwendet werden könnte. Ihre Installation ist eine Kritik am gegenwärtigen Umgang mit Aussendämmungen und ein Plädoyer für die Innendämmung: Derzeit verändern zahllose Aussendämmungen ganze Fassaden, berauben sie ihrer Detailhaftigkeit und zerstören damit auch Stadtbilder. Bauökologische Aspekte liessen sich auch anderweitig berücksichtigen – etwa durch (sichtbare) Innendämmung.

Eva Lanter studierte an der Universität Liechtenstein und an der ETH Zürich Architektur. In ihrer Masterarbeit The Fallen Monuments of Egerkingen befasste sie sich mit Lagerhallen in der Zürcher Agglomeration und verlieh ihnen einen neuen architektonischen Ausdruck. 2017 gründete sie zusammen mit Patrick Britt das Architekturbüro BATIMENTS. Im Sommer 2020 stellte BATIMENTS an der Haldenstrasse 23 in St.Gallen das New Nail House, ein Mehrfamilienhaus, fertig.

Die Ausstellung dauert bis zum 28. Mai 2021. 

Öffnungszeiten:
DO, 17-19 Uhr 
FR, 15-18 Uhr
Und nach Vereinbarung.

Isolation brute bietet zwei Betrachtungsmodi – während der Öffnungszeiten nur innerhalb des ESPACE NINA KEEL, ansonsten durchs Schaufenster. 

Herzlichen Dank fürs Material-Sponsoring an: HGC St.Gallen


Immersion

Eine Ausstellungsreihe mit vier Ostschweizer Architektinnen
ESPACE NINA KEEL, Sommer 2021

Die Ostschweizer Architektinnen Eva Lanter, Katia Rudnicki sowie Michelle Bont & Milena Clalüna sind als Siegerinnen des Open Calls Frauen Bauen! hervorgegangen. Die vier Architektinnen schaffen im Mai, Juli und August 2021 raumgreifende Installationen im ESPACE NINA KEEL. Die prämierten Projekte bieten u.a. neue Lesarten von Materialien, die im Bauprozess vorkommen, und erkunden Wahrnehmungsphänomene.

1.–29. Mai: Eva Lanter
2.–24. Juli: Katia Rudnicki
6.–28. August: Michelle Bont & Milena Clalüna


«Dieses Bild ist im New Nail House entstanden und zeigt die Dämmung als eine Art Täfer. Dies brachte mich auf die Idee, die rohe Isolation für einmal sichtbar zu zeigen.» – Eva Lanter

Eva Lanter macht im Mai den Auftakt der Ausstellungsreihe und zeigt Isolation brute. Ihre Installation rückt farbige Dämmplatten, die normalerweise hinter einem Verputz oder einer vorgehängten Fassadenkonstruktion verschwinden, in ein neues Licht und betont ihr gestalterisches Potential. 

Eva Lanter studierte an der Universität Liechtenstein und an der ETH Zürich Architektur. In ihrer Masterarbeit The Fallen Monuments of Egerkingen befasste sie sich mit Lagerhallen in der Zürcher Agglomeration und verlieh ihnen einen neuen architektonischen Ausdruck. 2017 gründete sie zusammen mit Patrick Britt das Architekturbüro BATIMENTS. Im Sommer 2020 stellte BATIMENTS an der Haldenstrasse 23 in St.Gallen das New Nail House, ein Mehrfamilienhaus, fertig.


Die Architektin und Künstlerin Katia Rudnicki wird den ESPACE NINA KEEL im Juli bespielen und das Augenmerk auf Fliesen und Fugen richten. Sie hat in den letzten Monaten Betonfliesen mit unterschiedlichen organischen Vertiefungen entwickelt, die sie auf einer geneigten Wand anbringen wird. In Fragmente – so der Titel ihrer Installation – wird die Fugenmasse zu einem freien Rinnsal: Sie wird nicht wie üblich gespachtelt, sondern direkt auf die schräge Wand gegossen. Die Fugenmasse wird über die Zwischenräume der einzelnen Fliesen hinausgehen, in die Vertiefungen eindringen und sich als eigenes gestalterisches Element behaupten. 

Katia Rudnicki arbeitet als freischaffende Künstlerin in Berlin. Nach einem Bachelorstudium in Architektur absolvierte sie 2014 an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel das Masterstudium. 


Michelle Bont & Milena Clalüna schaffen im August mit SPECIO (lat. ich sehe) eine geheimnisvolle Atmosphäre im ESPACE NINA KEEL. Sie unterteilen den Raum mit einem deckenhohen Spiegel und bilden verschiedene Farbräume aus. Die Bestandteile ihrer Rauminstallation sind – nebst Spiegel und Farben – natürliches und künstliches Licht, Schatten, der angrenzende Strassenraum sowie die kontinuierliche Veränderung all dieser Elemente. SPECIO verbindet räumliche Eingrenzung und Erweiterung und erzeugt an der Spiegelkante die Illusion, gleichzeitig in zwei Räumen zu sein. 

Michelle Bont & Milena Clalüna schlossen 2017 das Architekturstudium an der ZHAW in Winterthur ab. Sie befinden sich gegenwärtig in der Gründung ihres eigenen Büros Clalüna Bont Architektur. Das Büro mit Sitz in St.Gallen schafft sorgfältige, sinnliche und nachhaltig konstruierte Bauten.


ESPACE NINA KEEL

Eröffnung im Mai 2021

Der ESPACE NINA KEEL ist ein neuer Ausstellungsraum für zeitgenössische Positionen der Architektur und Kunst an der Linsebühlstrasse 25 in St.Gallen. Situiert im 1930-1933 errichteten Linsebühl-Bau des Architekten Moritz Hauser, ermöglichen die Ausstellungen das Nachdenken über und Abtauchen in Andernorts.

Call for Entries: FRAUEN BAUEN!

26. Februar – 21. März 2021

Prämierte Ideen


Ausgewählt wurden die Eingaben von Eva Lanter, Katia Rudnicki sowie Michelle Bont & Milena Clalüna. Die vier Architektinnen schaffen im Mai, Juli und August 2021 neue atmosphärische Erlebnisse im ESPACE NINA KEEL.


Ausgangslage


Der ESPACE NINA KEEL gibt Architektinnen und Innenarchitektinnen mit Bezug zur Ostschweiz über die Sommermonate eine Plattform, um einen experimentellen oder utopischen Raum auf Zeit zu schaffen. Skizziere deine Idee für eine raumgreifende Installation auf max. 3 A4-Seiten (Plan und Text, inkl. prov. Kosten) und schicke das PDF bis zum 21. März an mail_at_ninakeel.com.

Der ESPACE NINA KEEL ist ein neuer Ausstellungsraum für zeitgenössische Positionen der Architektur und Kunst an der Linsebühlstrasse 25 in St.Gallen. Er ist Teil der Pilotphase des Büro für Baukultur (@Zeughaus Teufen), die mit dem mehrteiligen Projekt FRAUEN BAUEN! über das Jahr 2021 einen konzentrierten Blick auf Frauen in der Architektur richtet. 


Kriterien und Auswahl


Der Open Call richtet sich an alle Architektinnen mit Bezug zur Ostschweiz, egal ob pensioniert, angestellt, ein eigenes Büro leitend oder in Ausbildung. Gesucht sind Ideen für immersive Räume, wobei das Vage, Prozesshafte genauso interessiert wie Elaboriertes. 

Das Büro für Baukultur wählt aus den eingesandten Bewerbungen drei Ideen aus, die zwischen Mai und August 2021 während je einem Monat im ESPACE NINA KEEL präsentiert werden. Die drei Ausstellungen sollen das Nachdenken über und Abtauchen in Andernorts ermöglichen. Pro Ausstellung steht ein Pauschalbetrag von 1000 Fr. zur Verfügung.

Dem Open Call sind ein Grundriss und Fotos des ESPACE NINA KEEL beigelegt.

Wir freuen uns auf zahlreiche Bewerbungen,
Nina Keel, Rebekka Ray, Ueli Vogt

Büro für Baukultur – Pilotjahr FRAUEN BAUEN!

2021 geht das BÜRO FÜR BAUKULTUR (BfB) mit dem Projekt FRAUEN BAUEN! in eine einjährige Pilotphase. Die Initiator*innen Rebekka Ray, Nina Keel und Ueli Vogt schaffen und erproben verschiedene neue Formate der Baukultur-Vermittlung und nehmen bestehende Angebote wie das Sommercamp Architektur für Jugendliche wieder auf. 

Vor dem Hintergrund des Jubiläumsjahrs des Schweizer Frauenstimmrechts widmet sich das BfB mit dem Projekt FRAUEN BAUEN! dem Architekturschaffen von Frauen. Im Fokus stehen Ostschweizer Bauten, die von Architektinnen oder Bauherrinnen errichtet wurden und werden, sowie die Aneignung von städtischen Räumen durch Frauen. Damit will das BfB einen konzentrierten Blick auf Frauen in der Architektur richten.

Geplant sind mehrere Veranstaltungen im öffentlichen Raum, das Sommercamp Architektur für Jugendliche sowie Ausstellungen im Architektur Forum Ostschweiz und im ESPACE NINA KEEL.

Das BÜRO FÜR BAUKULTUR (BfB) ist ein Gefäss innerhalb des Zeughaus Teufen. Im Zentrum der Tätigkeiten des BfB steht die Vermittlung von Baukultur in der Ostschweiz. Das BfB richtet sich an eine breite Öffentlichkeit, es fördert und differenziert den Diskurs über Baukultur. 

Mit grossem Dank für die Unterstützung des Pilotjahres FRAUEN BAUEN!: 

Projektleitung Heimspiel 2021

Nina Keel und Anna Vetsch sind die Projektleiterinnen des Heimspiels 2021.

Das dreijährlich durchgeführte «Heimspiel» ist ein gut etabliertes, die Ländergrenzen überschreitendes Ausstellungsformat. Es gibt Einblick in das aktuelle regionale Schaffen im Bereich der bildenden Kunst. Am Heimspiel 2021 können Künstler*innen aus Vorarlberg und Liechtenstein sowie aus den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden, St.Gallen, Thurgau und Glarus teilnehmen. 

Die Ausstellungen finden von Freitag, 10. Dezember 2021 bis zum Sonntag, 30. Januar 2022 im Kunsthaus Glarus, dem Kunstmuseum St.Gallen, der Kunst Halle Sankt Gallen, in der Kunsthalle Appenzell und im Kunstraum Dornbirn statt.

www.heimspiel.tv

Holzarchitektur im Bregenzerwald

Architekturreise

Im Bregenzerwald unweit der Schweizer Grenze sind nicht nur Einfamilienhäuser, Kappellen oder Bushaltestellen aus Holz. Auch Supermärkte und Fabrikationsbauten haben das nachhaltige einheimische Baumaterial für sich entdeckt. Seit den 1960er Jahren wird die Holzbautradition neu gedacht. In engem Austausch zwischen Handwerker*innen, Architekt*innen und Bauherr*innen sind wegweisende moderne Bauten entstanden. 

Die eineinhalbtägige Architour führt von Hittisau über Bizau (Kindergarten von Bernardo Bader) nach Andelsbuch (Werkraum von Peter Zumthor). Ein Schwerpunkt liegt auf Krumbach, wo 2014 zusammen mit lokalen Handwerker*innen sieben Busstopps von internationalen Architekturbüros errichtet wurden. In Krumbach ist der Bushalt schon mal in einem nach drei Seiten geöffneten Turm untergebracht – oder in einer Kombination mit einer Tribüne.

Auftraggeber: privat, geplant für Herbst 2021