Projekte

Stéphanie Baechler

The Fates Are Talking
bis 24. Oktober

Finissage: Sonntag, 24. Oktober, 15-17 Uhr
Spoken Word Performance um 16 Uhr

Mit «The Fates Are Talking» von Stéphanie Baechler zeigt der ESPACE NINA KEEL erstmals eine Ausstellung einer bildenden Künstlerin. Herzstück der Einzelausstellung ist ein Dialog in Form einer fünf Meter langen Stickerei, die den Ausstellungsraum diagonal ausfüllen wird. Der Dialog liest sich als kritische Auseinandersetzung mit der Textilgeschichte der Ostschweiz und der heutigen, globalen Textilindustrie, wo in Unmengen oder für fragwürdige Auftraggeber produziert wird. 

Stéphanie Baechler hat Textil- und Modedesign in Luzern und Arnheim studiert und arbeitete mehrere Jahre für die Textilfirma Jakob Schlaepfer in St.Gallen. Die Stickerei auf transparentem Stoff ist letztes Jahr anlässlich einer Residency bei Saurer in Arbon entstanden. Die Künstlerin war Gastkünstlerin im Kulturförderprogramms TaDA (Textile and Design Alliance), das die Textilfirmen der Ostschweiz und zeitgenössisches Kunstschaffen verbindet. 

Baechler hat dabei den Kontakt mit Stickern, die sie schon lange kennt, wiederaufgenommen und mit ihnen Interviews geführt. Ebenso hat sie sich Notizen gemacht, als die zwölf Partnerfirmen und -Institutionen den TaDA-Residents Einblicke gaben in ihre Tätigkeitsfelder. Dieses Textmaterial hat die Künstlerin in einen aktuellen Dialog zwischen den Moiren, den drei Schicksalsgöttinnen, überführt. Klotho, die in der griechischen Mythologie den Lebensfaden spinnt, spricht darin Sätze wie: «The machines are soo loud, are they not going too fast? We are going to lose precision.» Oder: «But we have to make the carpet for the Saudi Prince and continue weaving history.» Für Baechler stehen die menschlichen Schicksale im Fokus, «the tenderness of the workers» steht am Anfang des Texts. Sie zeigt auf, dass Textilproduktion letztlich immer Arbeit ist, die Menschen ausführen und spricht sich aus für mehr Umsicht und Menschlichkeit.

Die Dimension der grossflächigen Stickerei gab die von Baechler verwendete Stickmaschine vor: Sie erlaubt eine maximale Stoffbreite von 5.2 Metern. Abgesehen davon reizte die Künstlerin die Möglichkeiten der Maschine nicht aus – im Gegenteil: Anstatt mit 168 Nadeln gleichzeitig zu sticken, entschied Baechler, nur eine zu verwenden und so ihrer Arbeit einen geduldigen Charakter zu geben. Auch nahm sie bewusst eine Imperfektion in Kauf, indem sie die Spannfäden zwischen den einzelnen Buchstaben stehen liess und dadurch den Weg der Nadel sichtbar machte. Wäh- rend der Dialog von Klotho, Lachesis und Atropos in Schwarz gestickt ist, leuchtet der Titel in bun- tem Ombre-Garn. Zwischen den einzelnen Dialogabschnitten fallen die in glänzendem Garn skizzierten Gesten auf – ein Verweis auf die Wichtigkeit der Hände in der Textilherstellung. Die Schriftart ist in Kollaboration mit dem Grafikstudio Fraser Muggeridge in London entstanden. Mehrere Sprechblasen aus Aluminium ergänzen die grossformatige Stickerei: Baechler schnitt sie von Hand aus Styropor aus und brannte sie in der Kunstgiesserei St.Gallen direkt in Aluminium aus.

Der ESPACE NINA KEEL stellt Architektur und Kunst aus und geht dem Zusammenspiel dieser Sparten nach. Mit «The Fates Are Talking» wird eine neue Fährte im Programm des Ausstellungsraumes aufgenommen – die Verbindung der Ostschweiz mit dem Textil. Die Stadt St.Gallen ist baulich stark geprägt von der Zeit der Stickereiblüte (ca. 1870-1914) und ihrem Reichtum – Fabriken am Stadtrand, Fabrikantenvillen am Rosenberg und grossstädtische Stickereigeschäftshäuser wie das 1905 errichtete Oceanic (St. Leonhardstrasse 20) in Bahnhofsnähe. Die Schicksalsgöttinnen prägen vier vergoldete Flachreliefs an der Hauptfassade dieses Jugendstilsbaus. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges kam es zum Niedergang der Stickereiindustrie, zu zahllosen Wegzügen und einem lang andauernden Stillstand im Bauwesen. Der Linsebühl-Bau, worin sich der ESPACE NINA KEEL befindet, ist einer der wenigen Bauten, die in den 1930er Jahren realisiert wurden, zum Zwecke der Arbeitsbeschaffung, u.a. für die vielen arbeitslosen Stickereiarbeiter*innen.

Preise:
Sprechblasen je 1‘700 CHF.
Installation The Fates Are Talking: Stickerei von 5.2m Länge inkl. 5 Sprechblasen = 17‘000 CHF.


Die Ausstellung dauert vom 24. September bis 24. Oktober 2021.


ESPACE NINA KEEL
Linsebühlstrasse 25
9000 St.Gallen

Öffnungszeiten:
DO, 17-19 Uhr
FR, 12-18 Uhr
SA, 11-14 Uhr
Und nach Vereinbarung.

Vernissage war am 24. September (Ansprache um 18.45 Uhr, Spoken Word Performance um 19 Uhr).


Fanni Fetzer, Direktorin des Kunstmuseums Luzern, sprach diesen Juli mit Stéphanie Baechler über die Kommunikationsformen des Textilen, über die Bedeutung der praktischen Arbeit, über Geschichte und Legenden. 
Link zum Online-Gespräch.
Link zum Text von Stéphanie Baechler über ihre Residency bei TaDA.


Pressestimmen

St.Galler Tagblatt
Fünf Meter gestickte Ostschweizer Textilgeschichte
30. September 2021
Christina Genova

Hochparterre
Stoff im September
20. September 2021
Mirjam Rombach


Büro für Baukultur – Pilotjahr FRAUEN BAUEN!

2021 geht das BÜRO FÜR BAUKULTUR (BfB) mit dem Projekt FRAUEN BAUEN! in eine einjährige Pilotphase. Die Initiator*innen Rebekka Ray, Nina Keel und Ueli Vogt schaffen und erproben verschiedene neue Formate der Baukultur-Vermittlung und nehmen bestehende Angebote wie das Sommercamp Architektur für Jugendliche wieder auf. 

Vor dem Hintergrund des Jubiläumsjahrs des Schweizer Frauenstimmrechts widmet sich das BfB mit dem Projekt FRAUEN BAUEN! dem Architekturschaffen von Frauen. Im Fokus stehen Ostschweizer Bauten, die von Architektinnen oder Bauherrinnen errichtet wurden und werden, sowie die Aneignung von städtischen Räumen durch Frauen. Damit will das BfB einen konzentrierten Blick auf Frauen in der Architektur richten.

FRAUEN BAUEN! umfasst Ausstellungen im Architektur Forum Ostschweiz und im ESPACE NINA KEEL sowie folgende Veranstaltungen:

- Felix Rutishauser unterwegs mit den Architektinnen Lena Stäheli und Joëlle Thomas
Stadtspaziergang Frauenfeld: Mittwoch, 11. August, 17 Uhr

- Rebekka Ray unterwegs mit der Denkmalpflegerin Bettina Hedinger zu Bauten von Susi Müller-Gehrig
Stadtspaziergang Frauenfeld: Donnerstag, 12. August, 17 Uhr

- Inauguration der ANNEXE-Möbelstücke, einer Neuinterpretation von Berta Rahms Pavillon-Interieur an der Saffa58
Frauenpavillon Stadtpark St.Gallen, 12. August, ab 16 Uhr

- Mit Michelle Bont & Milena Clalüna durchs Linsebühl
Spaziergang: Samstag, 21. August, 11 Uhr (Treffpunkt: ESPACE NINA KEEL)
Um Anmeldung wird gebeten.

- Podiumsgespräch im Architektur Forum Ostschweiz Montag, 6. September 2021, 19.30 Uhr 

- Mit Vreny Gross durch die Garage Hirsch/Sportcenter Ost
Begehung: Samstag, 2. Oktober, 11 Uhr (Treffpunkt: Rorschacherstrasse 292, St.Gallen)
Um Anmeldung wird gebeten.

- Mit Eva Lanter/BATIMENTS durchs New Nail House
Begehung: Samstag, 16. Oktober, 11 Uhr (Treffpunkt: Haldenstrasse 23, St.Gallen)
Um Anmeldung wird gebeten.


Das BÜRO FÜR BAUKULTUR (BfB) ist ein Gefäss innerhalb des Zeughaus Teufen. Im Zentrum der Tätigkeiten des BfB steht die Vermittlung von Baukultur in der Ostschweiz. Das BfB richtet sich an eine breite Öffentlichkeit, es fördert und differenziert den Diskurs über Baukultur. 

Mit grossem Dank für die Unterstützung des Pilotjahres FRAUEN BAUEN!: 

Immersion III – SPECIO

Michelle Bont & Milena Clalüna
6.–27. August 2021

Die dritte Ausstellung der Reihe IMMERSION wartet mit einem geheimnisvollen Spektakel auf:Michelle Bont & Milena Clalüna unterteilen den ESPACE NINA KEEL mit einem deckenhohen, doppelseitigen Spiegel der Länge nach und bilden zwei verschiedenfarbige Spiegelräume aus. Die Bestandteile ihrer Rauminstallation sind – nebst Spiegel und Farben – natürliches und künstliches Licht, Schatten, der angrenzende Strassenraum und die Zufälle, die er bringt. SPECIO verbindet räumliche Eingrenzung und Erweiterung und erzeugt an der Spiegelkante die Illusion, gleichzeitig in zwei Räumen zu sein. 

Decke und Wände des vorderen, zur Strasse gerichteten Spiegelsaals leuchten in Rosa. Die beiden Architektinnen haben einen Raum geschaffen, der die Dynamik des engen Strassenraums aufnimmt und potenziert: Ein durchlässiger Vorhang aus Plexiglas-Platten funkelt in den grossflächigen Schaufenstern und löst vielfarbige Reflexionen auf der Spiegelfläche aus. Das wandernde Tageslicht und leichter Wind bei offener Türe bringen ein immer anderes Farbenspiel. 

Im hinteren, gegen den Hof gerichteten Bereich haben Bont & Clalüna das Gegenteil konzipiert: In dunklem Blau gehalten, dringen aus einem diagonalen Spalt der Vorsatzschale künstliche Lichtstahlen. An den Rändern der Ritze bricht das Licht und streut sich kegelförmig über Wand und Spiegel. Der hintere Spiegelraum wirkt statisch und mystisch, während sich der vordere tanzend, luftig und lebendig zeigt. Die Installation von Milena Clalüna & Michelle Bont ist auf Gegensätze angelegt – in der Farbe, im Licht, in der räumlichen Begrenzung und visuellen Erweiterung durch die Spiegelflächen.

Die immense Spiegelfläche von SPECIO (3 x 5.5 m) verleitet dazu, Spiegeln, ihrer Produktion und Geschichte auf den Grund zu gehen. Denn so viel sie auf ihrer Oberfläche offenbaren, so wenig geben sie ihr Innenleben preis: Die anziehenden Objekte mit der glatten Oberfläche zeigen keinerlei Herstellungsspuren. Die häufigste Produktionsart von Spiegeln ist das sogenannte Silberverspiegeln: Eine Glasplatte wird mit Zinnsalz behandelt und im Anschluss eine Versilberungslösung aufgetragen. Nachdem das verspiegelte Glas getrocknet hat, wird zum Schutz ein Spiegeldecklack aufgetragen. Clalüna & Bont machen in SPECIO von 3mm-starken Aluminiumplatten Gebrauch, die mit einer Spiegelfolie bezogen wurden.

Spiegel wurden im 17. Jahrhundert zur eigenständigen Architektur: An europäischen Höfen entstanden Spiegelsäle wie die Galerie des Glaces in Versailles, die weit über ihre bisherige Verwendung von Spiegeln als gerahmten Wandobjekten hinausgingen. Auch Wegbereiter moderner Architektur wie Adolf Loos setzten Wandspiegel ein, um Räume illusionistisch zu erweitern. In seiner berühmten American Bar (1906/1907) in Wien lässt einen ein Spiegelband wie innerhalb eines Kaleidoskops fühlen. Ebenso waren Spiegel essentiell in den postmodernen Lehrstücken, Möbeln und Intérieurs von Trix und Robert Haussmann. Und diesen Juli hat der Künstler Doug Aitken eine zehneckige, spiegelnde Installation mit Pflanzen geschaffen, die als Location für eine Modeschau von Saint Laurent diente. Green Lens, so ihr Titel, wurde auf einem ehemaligen Militärstützpunkt der venezianischen Insel Certosa realisiert. Wandgrosse Spiegel schaffen seit jeher Bühnen zur Inszenierung; Erlebnisräume, die Irritation und Zerstreuung hervorrufen.  

SPECIO bringt durch den doppelten Spiegel zwei verschiedene Welten in einem Raum hervor: Tag und Nacht, Dynamik und Ruhe. Für Bont & Clalüna steht SPECIO auch für jene Momente, in denen wir körperlich in einem konkreten physischen Raum verweilen, gedanklich aber ganz woanders schweben. Ihre Installation verbindet solche Widersprüche und wirft den Blick zurück auf die Betrachter*innen, verwickelt sie um ein Mehrfaches.

Michelle Bont & Milena Clalüna schlossen 2017 das Architekturstudium an der ZHAW in Winterthur ab. Sie befinden sich gegenwärtig in der Gründung ihres eigenen Büros Clalüna Bont Architektur mit Sitz in St.Gallen. – www.claluenabont.ch

 

Veranstaltungen:

– Spaziergang mit Michelle Bont & Milena Clalüna durchs Linsebühl
Die Architektinnen von SPECIO zeigen unbekannte Ecken des Quartiers und gehen auf besondere bauliche Details ein.
Samstag, 21. August, 11 Uhr (Treffpunkt: ESPACE NINA KEEL)
Um Anmeldung wird gebeten.

– Am Samstag, 21. August, ist der ESPACE NINA KEEL von 11-14 Uhr geöffnet.

– SPECIO-Lesung mit Anna-Thea Jaeger, Maya Olah und Samara Leite Walt
Die Autorinnen nähern sich dem Spiegelraum und seinen Reflexionen literarisch an.
Freitag, 27. August, 19.30 Uhr (Lesung dauert ca. 40 min)
Um Anmeldung wird gebeten.


Vernissage: Freitag, 6. August 2021, 18-20 Uhr.
Die Ausstellung dauert bis zum 27. August 2021.

Öffnungszeiten:
DO, 17-19 Uhr
FR, 15-18 Uhr
Und nach Vereinbarung.

Immersion II

Fragmente von Katia Rudnicki
bis 23. Juli 2021

Eine geneigte Wand aus Beton spannt sich vom Boden bis zur Decke auf. Sie ist wuchtig, verdeckt eine Ecke und nimmt dem Raum einen Drittel seiner Fläche. Geheimnisvoll und belebend ist die Stimmung: Graue Betonfliesen mit Vertiefungen, die von einer leuchtend gelben Fugenmasse durchlaufen sind, die Wände und Decke in dunklem Blau gestrichen. 

Katia Rudnicki, Architektin und Künstlerin, bestreitet die zweite Ausstellung der Reihe IMMERSION mit einer monumentalen Installation aus selbst gegossenen Betonfliesen. Insgesamt 54 Fliesen in den Massen 50 x 50 cm resp. Bruchstücke finden in Fragmente – so der Titel ihrer Installation – zusammen. Die Unikate weisen organische Vertiefungen auf, die teils auf Kreissegmente zurückgehen. Die gelbe Fugenmasse ist ebenso wichtiger Bestandteil der Installation wie die grauen Fliesen selbst: Rudnicki hat die Platten so zueinander arrangiert, dass sich zwei durchgehende Gussflächen – oder amorphe Figuren – ergeben haben. Die Fugenmasse wurde nicht gespachtelt, sondern direkt auf die schräge Wand gegossen. Sie füllt daher nicht wie üblich die Zwischenräume von Fliesen auf, sondern dringt in sie ein und behauptet sich als eigenes gestalterisches Element. Mit Fragmente bricht die Architektin durch die spielerische Verwendung der Gussmasse die üblicherweise rigide rechtwinklige Ordnung von Fliesen auf.

Für den ESPACE NINA KEEL hat Katia Rudnicki ein trapezförmiges Fliesenbild von drei Metern Höhe und vier Metern Breite geschaffen. Aufgrund seiner Dimension kann es nicht gehängt, sondern einzig an die Wand gelehnt werden. Das Fliesenbild ist weniger Objekt im Raum als raumdefinierendes Element: Es nimmt ihm eine Ecke, verleiht eine Schräge, fliesst in den Boden über und dimensioniert den Raum an der Linsebühlstrasse neu.

Katia Rudnicki arbeitet als freischaffende Künstlerin in Berlin. Nach einem Bachelorstudium in Architektur absolvierte sie 2014 an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel das Masterstudium. Im Frühjahr 2021 war Rudnicki Stipendiatin der Schlossmediale Werdenberg.

Die Reliefs aus dem Fliesenbild können einzeln erworben werden: Ein Unikat kostet 400 CHF (inkl. Rahmen).

Vernissage: Freitag, 2. Juli, 17-20 Uhr
Die Ausstellung Fragmente dauert bis 23. Juli.

Öffnungszeiten:
DO 17-19 Uhr
FR 15-18 Uhr
Und nach Vereinbarung


Immersion I

Isolation Brute von Eva Lanter
1.–28. Mai 2021

«Wie der rohe Beton zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Beton brut, könnte im 21. Jahrhundert die rohe Isolation sichtbar gemacht werden – als Isolation brute. Was wäre, wenn unsere gebaute Architektur plötzlich aus Sichtisolation statt Sichtbeton bestehen würde?» – Eva Lanter (BATIMENTS)

Die Ausstellungsreihe IMMERSION (dt. Eintauchen) im ESPACE NINA KEEL beginnt ornamental: Die Ostschweizer Architektin Eva Lanter schafft allein mittels Dämmplatten ein bestechendes Interieur. Das Material, das ansonsten blockweise auf Baustellen herumsteht und sodann Rohbauten mit Pastelltönen umhüllt, verwendet die Architektin hier für die Gestaltung eines Innenraumes. 

Standardmässig wird Dämmmaterial in Platten von 60x125 cm verbaut – je nach Hersteller variieren die Farben zwischen eierschalengelb, rosa, hellgrün, violett oder hellblau. Für den ESPACE NINA KEEL schneidet die Architektin verschiedenfarbige Platten in kleinere Elemente und kleidet damit Wände und Decke vollständig aus. Violette und blaue Dreiecke bestimmen den Fries, ein rosa Rauten-Muster die Wände. Lanters Installation Isolation brute ist inspiriert vom Mailänder Architekten Gio Ponti und der Spiellust postmoderner Architektur. Zugleich nimmt sie Bezug auf den Ausstellungsraum selbst mit seinem Fischgrat-Boden. 

Eva Lanter nimmt in Isolation Brute eine Bedeutungsverschiebung von Isolationsmaterial vor: Sie verleiht Dämmplatten eine ästhetische Dimension und wirft die Frage auf, ob Isolationsmaterial nicht auch sichtbarer verwendet werden könnte. Ihre Installation ist eine Kritik am gegenwärtigen Umgang mit Aussendämmungen und ein Plädoyer für die Innendämmung: Derzeit verändern zahllose Aussendämmungen ganze Fassaden, berauben sie ihrer Detailhaftigkeit und zerstören damit auch Stadtbilder. Bauökologische Aspekte liessen sich auch anderweitig berücksichtigen – etwa durch (sichtbare) Innendämmung.

Eva Lanter studierte an der Universität Liechtenstein und an der ETH Zürich Architektur. In ihrer Masterarbeit The Fallen Monuments of Egerkingen befasste sie sich mit Lagerhallen in der Zürcher Agglomeration und verlieh ihnen einen neuen architektonischen Ausdruck. 2017 gründete sie zusammen mit Patrick Britt das Architekturbüro BATIMENTS. Im Sommer 2020 stellte BATIMENTS an der Haldenstrasse 23 in St.Gallen das New Nail House, ein Mehrfamilienhaus, fertig.

Vernissage: Samstag, 1. Mai, 14–17 Uhr
Die Ausstellung dauert bis zum 28. Mai 2021. 

Öffnungszeiten:
DO, 17-19 Uhr 
FR, 15-18 Uhr
Und nach Vereinbarung.

Isolation brute bietet zwei Betrachtungsmodi – während der Öffnungszeiten nur innerhalb des ESPACE NINA KEEL, ansonsten durchs Schaufenster. 

Herzlichen Dank fürs Material-Sponsoring an: HGC St.Gallen


Immersion

Eine Ausstellungsreihe mit vier Ostschweizer Architektinnen
ESPACE NINA KEEL, Sommer 2021

Die Ostschweizer Architektinnen Eva Lanter, Katia Rudnicki sowie Michelle Bont & Milena Clalüna sind als Siegerinnen des Open Calls Frauen Bauen! hervorgegangen. Die vier Architektinnen schaffen im Mai, Juli und August 2021 raumgreifende Installationen im ESPACE NINA KEEL. Die prämierten Projekte bieten u.a. neue Lesarten von Materialien, die im Bauprozess vorkommen, und erkunden Wahrnehmungsphänomene.

1.–28. Mai: Eva Lanter
2.–23. Juli: Katia Rudnicki
6.–27. August: Michelle Bont & Milena Clalüna


«Dieses Bild ist im New Nail House entstanden und zeigt die Dämmung als eine Art Täfer. Dies brachte mich auf die Idee, die rohe Isolation für einmal sichtbar zu zeigen.» – Eva Lanter

Eva Lanter macht im Mai den Auftakt der Ausstellungsreihe und zeigt Isolation brute. Ihre Installation rückt farbige Dämmplatten, die normalerweise hinter einem Verputz oder einer vorgehängten Fassadenkonstruktion verschwinden, in ein neues Licht und betont ihr gestalterisches Potential. 

Eva Lanter studierte an der Universität Liechtenstein und an der ETH Zürich Architektur. In ihrer Masterarbeit The Fallen Monuments of Egerkingen befasste sie sich mit Lagerhallen in der Zürcher Agglomeration und verlieh ihnen einen neuen architektonischen Ausdruck. 2017 gründete sie zusammen mit Patrick Britt das Architekturbüro BATIMENTS. Im Sommer 2020 stellte BATIMENTS an der Haldenstrasse 23 in St.Gallen das New Nail House, ein Mehrfamilienhaus, fertig.


Die Architektin und Künstlerin Katia Rudnicki wird den ESPACE NINA KEEL im Juli bespielen und das Augenmerk auf Fliesen und Fugen richten. Sie hat in den letzten Monaten Betonfliesen mit unterschiedlichen organischen Vertiefungen entwickelt, die sie auf einer geneigten Wand anbringen wird. In Fragmente – so der Titel ihrer Installation – wird die Fugenmasse zu einem freien Rinnsal: Sie wird nicht wie üblich gespachtelt, sondern direkt auf die schräge Wand gegossen. Die Fugenmasse wird über die Zwischenräume der einzelnen Fliesen hinausgehen, in die Vertiefungen eindringen und sich als eigenes gestalterisches Element behaupten. 

Katia Rudnicki arbeitet als freischaffende Künstlerin in Berlin. Nach einem Bachelorstudium in Architektur absolvierte sie 2014 an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel das Masterstudium. 


Michelle Bont & Milena Clalüna schaffen im August mit SPECIO (lat. ich sehe) eine geheimnisvolle Atmosphäre im ESPACE NINA KEEL. Sie unterteilen den Raum mit einem deckenhohen Spiegel und bilden verschiedene Farbräume aus. Die Bestandteile ihrer Rauminstallation sind – nebst Spiegel und Farben – natürliches und künstliches Licht, Schatten, der angrenzende Strassenraum sowie die kontinuierliche Veränderung all dieser Elemente. SPECIO verbindet räumliche Eingrenzung und Erweiterung und erzeugt an der Spiegelkante die Illusion, gleichzeitig in zwei Räumen zu sein. 

Michelle Bont & Milena Clalüna schlossen 2017 das Architekturstudium an der ZHAW in Winterthur ab. Sie befinden sich gegenwärtig in der Gründung ihres eigenen Büros Clalüna Bont Architektur. Das Büro mit Sitz in St.Gallen schafft sorgfältige, sinnliche und nachhaltig konstruierte Bauten.


Call for Entries: FRAUEN BAUEN!

26. Februar – 21. März 2021

Prämierte Ideen


Ausgewählt wurden die Eingaben von Eva Lanter, Katia Rudnicki sowie Michelle Bont & Milena Clalüna. Die vier Architektinnen schaffen im Mai, Juli und August 2021 neue atmosphärische Erlebnisse im ESPACE NINA KEEL.


Ausgangslage


Der ESPACE NINA KEEL gibt Architektinnen und Innenarchitektinnen mit Bezug zur Ostschweiz über die Sommermonate eine Plattform, um einen experimentellen oder utopischen Raum auf Zeit zu schaffen. Skizziere deine Idee für eine raumgreifende Installation auf max. 3 A4-Seiten (Plan und Text, inkl. prov. Kosten) und schicke das PDF bis zum 21. März an mail_at_ninakeel.com.

Der ESPACE NINA KEEL ist ein neuer Ausstellungsraum für zeitgenössische Positionen der Architektur und Kunst an der Linsebühlstrasse 25 in St.Gallen. Er ist Teil der Pilotphase des Büro für Baukultur (@Zeughaus Teufen), die mit dem mehrteiligen Projekt FRAUEN BAUEN! über das Jahr 2021 einen konzentrierten Blick auf Frauen in der Architektur richtet. 


Kriterien und Auswahl


Der Open Call richtet sich an alle Architektinnen mit Bezug zur Ostschweiz, egal ob pensioniert, angestellt, ein eigenes Büro leitend oder in Ausbildung. Gesucht sind Ideen für immersive Räume, wobei das Vage, Prozesshafte genauso interessiert wie Elaboriertes. 

Das Büro für Baukultur wählt aus den eingesandten Bewerbungen drei Ideen aus, die zwischen Mai und August 2021 während je einem Monat im ESPACE NINA KEEL präsentiert werden. Die drei Ausstellungen sollen das Nachdenken über und Abtauchen in Andernorts ermöglichen. Pro Ausstellung steht ein Pauschalbetrag von 1000 Fr. zur Verfügung.

Dem Open Call sind ein Grundriss und Fotos des ESPACE NINA KEEL beigelegt.

Wir freuen uns auf zahlreiche Bewerbungen,
Nina Keel, Rebekka Ray, Ueli Vogt

Der Linsebühl-Bau – Ein Hauch von Grossstadt

Stadtführung

Der Linsebühl-Bau, 1930-1933 von Moritz Hauser erbaut, steht für eine umfangreiche Vorstadtsanierung, die städtisch unterstützt war und dem Automobilverkehr zugute kam. Der Gebäudekomplex ist von zwei Strassen erschlossen und umfasst bis heute einen Mix an Nutzungen, wodurch er eine kleine Stadt in der Stadt darstellt. Mit kubischen Formen, weissem Verputz, Flachdach sowie über Eck verlaufenden Fenstern verfügt er über einige stilistische Merkmale des Neuen Bauens. Der Rundgang um den Gebäudekomplex zeigt, wie sehr er das von Handwerksbetrieben geprägte Quartier veränderte. Der Linsebühl-Bau verlieh ihm einen Hauch moderner Grossstadt und ebnete dem City-Park (1956), zwei Zeilenbauten, den Weg.

Die Führung um den Linsebühl-Bau, das Herz der St.Galler Moderne, fand erstmals im Rahmen der Europäischen Tage des Denkmals 2020 statt.


Auftraggeber: Denkmalpflege Stadt St.Gallen (Europäische Tage des Denkmals)
Treffpunkt: Linsebühl-Bau, Lämmlisbrunnenstrasse 22
Samstag, 12. September, 11 Uhr, ca. 1 Stunde



Vom Historismus zum Neuen Bauen

Führung für eine Schulklasse

Mitten in der Stickereikrise vollzog sich ein stilistischer Wechsel: St.Gallen fand von Jugendstil und opulentem Historismus zum Neuen Bauen mit seiner reduzierten Formensprache. 

Die Führung führte vom Kino Palace (1924) zum Wohn- und Geschäftshaus Brückenwaage (1933), schliesslich über die historistischen Kopfbauten am Brühltor (um 1900) zum Linsenbühl-Bau (1930-1933), einer kleinen Stadt in der Stadt. Thematisiert wurden städtebauliche Merkmale sowie soziale, wirtschaftliche und verkehrstechnische Hintergründe.

März 2020, Führung für eine Gymnasialklasse


Der Linsebühl-Bau in Seide

Foulards zum zentralen St.Galler Bau der 1930er Jahre

Die Künstlerin Siegrun Appelt hat 2019-2020 wiederholt in Innenräumen des Linsebühl-Baus fotografiert. Ihre Aufnahmen zeigen sogenannt leere Blicke auf die Architektur – verschiedenste Fragmente, aber nie ganze Räume lassen sich erkennen: Originale Materialien und Bauelemente wie Treppengeländer, Wandleisten aus Holz oder Lichtschalter tauchen auf, ebenso spätere Materialien wie Fliesen aus den 1960er Jahren und Gebrauchsspuren von Bewohner*innen. 

Der Textildesigner Martin Leuthold hat mit den Fotografien von Appelt verschiedene Collagen geschaffen und diese auf Seide gedruckt. Erhältlich sind die für DIE MODERNE IM KLEINEN entstandenen Foulards via mail_at_ninakeel.com.

Die Foulards geben Einblicke ins Innere des Linsebühl-Baus, dem zentralen Gebäude der 1930er Jahre in St.Gallen. Im Juni/Juli 2020 fand hier die Ausstellung DIE MODERNE IM KLEINEN statt.

Link zu den erhältlichen Foulards

Pressestimmen
Annabelle, 4/2020
Hochparterre, 8. Januar 2020

Die Moderne im Kleinen

Eine sinnliche Architekturausstellung über die 1930er Jahre in St.Gallen
20. Juni – 18. Juli 2020

Die Ausstellung DIE MODERNE IM KLEINEN wandte sich vom 20. Juni – 18. Juli 2020 einer bislang wenig beleuchteten Zeit der St.Galler Architekturgeschichte zu: den 1930er Jahren. Sie markieren den Anfang moderner Architektur in St.Gallen. Das Neue Bauen mit seiner funktionalen Formensprache findet in die krisengeplagte Jugendstil-Stadt. Es entstehen zwar nur wenige neuen Bauten, doch sie prägen die Stadt bis heute. In der von Nina Keel initiierten Ausstellung wurden sie erstmals näher vorgestellt.

DIE MODERNE IM KLEINEN fand im Linsebühl-Bau statt, dem grössten Gebäudekomplex der 1930er Jahre in St.Gallen: Bespielt wurden mehrere Geschäftslokale und Dachkammern des Komplexes. Die Architekturausstellung thematisierte Gestalt und Funktion der Bauten. Zu sehen gab es Pläne, bauzeitliche und heutige Aufnahmen, Korrespondenz, Leitartikel sowie Referenzbauten aus Zürich, Stuttgart oder Tel Aviv.

 
Fünf zeitgenössische Kunstschaffende sowie zwei Avantgarde-Künstler brachten zudem weniger beachtete Aspekte des Neuen Bauens ans Licht: Die Intérieur-Aufnahmen von Siegrun Appelt zeigten sogenannt leere Blick auf die Architektur des Linsebühl-Baus. Zusammen mit dem Textildesigner Martin Leuthold hat Appelt Seiden-Foulards zum Gebäudekomplex geschaffen. Andrea Heller verwandelte das Geigenbauer-Atelier an der Linsebühlstrasse mit bunten Glasobjekten und einer grossflächigen Malerei in ein epochenübergreifendes Gesamtkunstwerk. Felix Bächli skatete durch die Schubertstrasse, vorbei an Häusern mit kubischen Formen. Nadine Kunz zeigte Fotomontagen von Gebäuden aus Tel Aviv in einem Lichtschacht. Ein Avantgarde-Film von Man Ray lief in einer Dachkammer. Schliesslich verlor man sich in einem kaleidoskopartigen Farb- und Formenspiel von 1935 des neuseeländischen Künstlers Len Lye. Für die Dauer der Ausstellung entstand so ein Gesamtkunstwerk, eine Zeitreise auf mehreren Ebenen im Linsebühl-Bau.

Zudem: Eine Musik-Kompilation von Marina Spörri, Architekturbücher aus dem Sitterwerk, Cocktails von Philipp Grob (Cocktails&Bitters), ein Parfum von Giovanni Sammarco, Möbel und Leuchten von Silvio Cazorzi (retrovare), Yoga mit Noemi Arn.


Vergangene Veranstaltungen:

Aus Anlass der Vernissage von DIE MODERNE IM KLEINEN zeigte stadtprojektionen den Kurzfilm 'Kaleidoscope' (1935) von Len Lye in der Nacht vom 20. Juni an der Ostfassade des Linsebühl-Baus, Lämmlisbrunnenstrasse 22. 

– Donnerstag, 25. Juni, 18.30-19.30 Uhr: Yoga auf der Dachterrasse des Linsebühl-Baus

– Freitag, 26. Juni, 12.30-13.00 Uhr: Kurze Mittagsführung durch die Ausstellung.

– Samstag, 27. Juni, 11 Uhr: Führung mit Marcel Just zu Bauten von Architekt Ernst Sommerlad an der Schubert- und Sonnenhaldenstrasse.  Treffpunkt Bushaltestelle Sonne (Linie 5, Richtung Rotmonten), Dauer ca. 1.5 h.

– Donnerstag, 2. Juli, 18.30-19.30 Uhr: Yoga im Linsebühl-Bau

– Sonntag, 5. Juli, 16 Uhr: Buchpräsentation 'Die Schweizer Avantgarde und das Bauhaus', gta Verlag (2019), mit Almut Grunewald und Gregory Grämiger.

Grunewald gab Einblicke in den produktiven Austausch von Sigfried Giedion, dem bedeutenden Zürcher Kunsthistoriker, mit Vertretern des Bauhauses. Grämiger machte eine generelle Einführung ins Thema Bauhaus und Schweiz und führte die Wirkung vom Schweizer Architekten und Bauhaus-Direktoren Hannes Meyer bis nach Tel Aviv aus. 

– Freitag, 10. Juli, 12.30-13.00 Uhr: Mittagsführung durch die Ausstellung.

– Samstag, 11. Juli, 15.00-15.30 Uhr: Führung durch die Ausstellung. Anschliessend gaben Rita Kappenthuler und Nathan Federer an der Hafnerstrasse 8 Einblicke in ihre Werkschau Erweiterte Nachbarschaften

– Samstag, 18. Juli, 10 Uhr: Yoga auf der Dachterrasse

– Samstag, 18. Juli, 14 Uhr: Führung durch die Ausstellung

– Dienstag, 15. September, 20 Uhr: Filmabend im Palace (Zwinglistrasse 3) mit Marcel Bächtiger. Der Hochparterre-Redaktor und Architekturhistoriker stellt Architekturfilme aus den 1930er Jahren vor, darunter BÂTIR (1930), ein Kurzfilm von Pierre Chenal in Zusammenarbeit mit Le Corbusier.


Ort: Linsebühl-Bau, Linsebühlstrasse 25, St.Gallen

Ausstellungsdaten: Samstag, 20. Juni – Samstag, 18. Juli 2020

Vernissage: Samstag, 20. Juni, 13-17 Uhr

Öffnungszeiten
Do: 15-20 Uhr
Fr: 12-17 Uhr
Sa und So: 13-17 Uhr

Eintritt: 5 Fr. (Kinder, Nicht- und Wenig-Erwerbende: kostenlos)


Für DIE MODERNE IM KLEINEN gilt ein Schutzkonzept (Details beim Eingang), das einen sicheren Ausstellungsbesuch ermöglicht. Es umfasst u.a. eine maximale Anzahl Besucher*innen, das Einhalten von Abständen und Massnahmen zur Handhygiene.


Pressestimmen
St.Galler Tagblatt, 23. Juni 2020
Hochparterre, 14. Mai 2020 
Modulor, 3. Mai 2020
Beobachter, 9. April 2020
Saiten, 22. November 2019


Mit grossem Dank für die Unterstützung: 

Clemens Waibel, Technik und Ausstellungsaufbau

Stadtprojektionen

Foto und Film im öffentlichen Raum

stadtprojektionen ist ein mehrteiliges Projekt von Anna Vetsch und Nina Keel, das zu neuen Blicken auf verschiedene Stadtteile von St.Gallen anregt: Foto- und stumme Filmarbeiten regionaler, nationaler und internationaler Kunstschaffender werden nachts auf Wände im öffentlichen Raum projiziert und führen so zu temporären visuellen Veränderungen im Stadtraum. Die sorgfältig auf die jeweilige Umgebung abgestimmten Projektionen sollen in den Tag nachwirken und zum Nachdenken über die Stadt – in Bezug auf ihre Geschichte und Gegenwart, auf architektonische, kulturelle und soziale Dimensionen – anregen. 

Unter den Künstler*innen, die an den vergangenen drei Ausgaben von stadtprojektionen teilgenommen haben, sind Jonas Dahlberg, Shirana Shahbazi, Uriel Orlow und Maya Rochat.

Die nächste Ausgabe von stadtprojektionen wird im September 2020 im St.Galler Bade- und Naherholungsgebiet Dreilinden stattfinden. Der Auftakt erfolgt bereits Ende August mit einer Projektionsnacht am See in Zürich.

www.stadtprojektionen.ch


Bauen in der Krise

Vortrag im Palace

Im Jahr 1940 gaben einige Architekten und Kunsthistoriker gemeinsam eine Mappe mit dem Titel 'Moderne Schweizer Architektur' heraus. Darin kommt ein einziger Bau aus der Stadt St.Gallen vor – ein Laubenganghaus von 1933 des in St.Gallen und Zürich tätig gewesenen Architekten Moritz Hauser. St.Gallen war in den 1930er Jahren wirtschaftlich und baulich nicht tonangebend. Im Rahmen der Reihe 'Unsere Freund_innen erklären uns ihre Ergebnisse' im Palace erläutert Nina Keel, was es dennoch gibt an St.Galler Bauten aus den 1930er Jahren.

Palace, Blumenbergplatz, St.Gallen
Dienstag, 18. Februar 2020, 20.15 Uhr




Lachen im Licht

Nachtführung zu Lichtphänomenen

Ein nächtlicher Streifzug durch die Lachen führte zu verschiedenen Lichtphänomenen des St.Galler Quartiers. Im Fokus standen ebenso sehr die stadträumlichen Qualitäten als auch die Farbigkeiten und Funktionen, die von den Leuchtobjekten ausgehen.

Auftraggeber: Denkmalpflege Stadt St.Gallen (Europäische Tage des Denkmals)
Treffpunkt: Beim Platz vor der Kirche St.Otmar, Vonwilstrasse 10, St.Gallen
13. und 14. September 2019, jeweils um 20 Uhr, ca. 1 1/4 Stunden